Ihre Fragen zum Schleifen des Kopfsteinpflasters in der Straße „Am Graben“


• In der Straße „Am Graben“ wurde erstmals erprobt, ob großflächiges Schleifen von verlegtem Kopfsteinpflaster in einer kommunalen Straße erfolgreich umsetzbar ist. Das Pflaster in Eichwalde liegt oft gröber und unebener als etwa in Berlin, was die Maßnahme besonders anspruchsvoll macht.
• Vorab wurde die Straße mit modernster 3D-Lasertechnik vermessen, um die Schleiftiefen digital zu simulieren. Diese Daten wurden anschließend genutzt, um die Schleifmaschine präzise zu steuern. Ziel war es, die Eignung des Verfahrens für Eichwalde zu prüfen und Erfahrungen im Umgang mit dieser neuartigen Technologie zu sammeln.

• Das Ziel war, den Fahrkomfort für den Radverkehr auf der Fahrbahn deutlich zu erhöhen. Damit soll der Radverkehr vom Gehweg auf die Straße verlagert werden, um Konflikte mit Fußgänger:innen zu vermeiden.
• Zusätzlich profitieren Autofahrende und Anwohner:innen durch eine leisere und besser befahrbare Fahrbahn. Insgesamt wird so Komfort und Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden gesteigert.

• Die Fahrbahn wurde per Laservermessung als 3D-Punktwolke erfasst.
• Auf dieser Basis wurden optimale Schleiftiefen digital simuliert.
• Die Schleifmaschine wurde automatisiert auf Grundlage dieser Daten gesteuert – weltweit erstmals in dieser Form.

• Das Projekt ist Teil des Eichwalder NUDAFA-Reallabors, das in Kooperation mit der TU Berlin und der TH Wildau innovative Pilotprojekte umsetzt.
• Die Maßnahme wurde zu annähernd gleichen Teilen von der Gemeinde Eichwalde und der Firma E. Feind getragen, die als Praxispartner wertvolle Erfahrungen für vergleichbare Projekte in anderen Kommunen sammeln konnte.
• Der Kostenanteil der Gemeinde wurde dabei zu 90 % durch Fördermittel des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt gedeckt. Die Gemeinde selbst trägt daher nur einen geringen Eigenanteil.

• Die Straße „Am Graben“ ist ein kurzer, übersichtlicher Abschnitt einer wichtigen Schulwegeverbindung zwischen Friedenstraße und Marktplatz – ohne Durchgangsverkehr. Dadurch eignet sich die Straße besonders gut als Pilotstrecke.
• Ein kurzer Testabschnitt auf einer anderen, längeren Straße mit durchgehendem Kopfsteinpflaster hätte nur begrenzten Nutzen gehabt. Hier hingegen konnte gleichzeitig erprobt und ein direkter Mehrwert für die Bevölkerung geschaffen werden.

• Es wurde bewusst nur der Teil der Fahrbahn geschliffen, der vom fließenden Verkehr (Rad und Auto) genutzt wird.
• Auf einer Seite wird geparkt – dieser Streifen blieb ungeschliffen, um Kosten zu reduzieren und den Straßenraum besser zu strukturieren.

• In Eichwalde weichen Radfahrer:innen häufig auf Gehwege aus, weil die Fahrbahn zu uneben ist – obwohl das oft gar nicht erlaubt ist.
• Durch das Schleifen soll die Fahrbahn für Radfahrende attraktiver und besser nutzbar werden – so wird der Gehweg sicherer und Fußgänger:innen profitieren indirekt ebenfalls.

• Die Maßnahme dient dazu, Erfahrungen über Technik, Wirkung und Kosten zu sammeln. Damit soll die Anwendung anderenorts erleichtert werden. Es besteht bereits bundesweites Interesse, das Verfahren in anderen Kommunen zu übernehmen.
• Nach Auswertung der Ergebnisse wird die Verwaltung in Eichwalde prüfen, an welchen weiteren Standorten in Eichwalde ein solches Verfahren sinnvoll sein könnte.
• Wenn Sie Vorschläge für weitere Standorte haben, melden Sie sich gern bei der Verwaltung.

Naturnah: Das Pflaster bleibt wasserdurchlässig – Regen kann versickern, anders als bei Asphalt.
Kosteneffizient: Eine Asphaltierung erfordert oft zusätzlich Regenwasserkanäle, Schächte und Rohre – das macht sie deutlich teurer.
Schnell umsetzbar: Schleifen dauert nur wenige Tage. Die Straße bleibt außerhalb der Bauzeiten nutzbar – auch für Rettungsdienste.
Optischer Erhalt: Der historische Charakter des Pflasters bleibt erhalten – besonders bei Denkmalschutz kann das entscheidend sein.

Nicht so komfortabel wie Asphalt: Die Fugen zwischen den Steinen bleiben erhalten. Das Ziel ist nicht perfekter Fahrkomfort, sondern grundsätzliche Befahrbarkeit.
Mögliches schnelleres Fahren: Eine glattere Oberfläche kann zu erhöhter Geschwindigkeit führen. Da die Gemeinde im Sommer flächendeckend Tempo 30 einführen wird und dann auch regelmäßige Kontrollen erfolgen, ist hier keine Gefahr zu erwarten.
Radfahren auf der Fahrbahn wird als gefährlich wahrgenommen:
Bei dem in Eichwalde in Nebenstraßen anfallenden Verkehrsaufkommen und dem Tempolimit stellt das Fahren auf der Fahrbahn für Jugendliche und Erwachsene die von den Richtlinien empfohlene Führungsform dar.
Das Fahren auf dem Gehweg kann deutlich gefährlicher sein – dort drohen Konflikte mit dem Fußverkehr, insbesondere an Ausfahrten, wo es häufig zu Unfällen durch ausparkende Fahrzeuge kommt.
Außerdem erschweren geparkte Autos an Kreuzungen die Sicht. Bei Tempo 30 ist das Fahren auf der Fahrbahn daher statistisch betrachtet oft sicherer.

• Die Gemeinde Eichwalde und das NUDAFA-Reallabor arbeiten seit 2020 an der Erprobung solcher Schleifverfahren. Erst seit Kurzem steht eine Maschine zur Verfügung, mit der das Verfahren großflächig und präzise umgesetzt werden kann. Das war bis zum Frühjahr nicht möglich.
• In Eichwalde wird erstmals die Kombination aus digitaler Vermessung, Simulation und automatisierter Umsetzung getestet – ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt. Gleichzeitig war die Vermessung eine wichtige Voraussetzung für die Zustimmung zur Maßnahme seitens der Verwaltung.

• Wenn das Verfahren erfolgreich ist und sich als wirtschaftlich sowie praktikabel erweist, kann es auf andere Straßen in Eichwalde und darüber hinaus übertragen werden. Das Interesse anderer Kommunen ist bereits jetzt groß.

Dann wenden Sie sich gerne an die Gemeinde Eichwalde oder das NUDAFA-Reallabor. Wir freuen uns über Ihr Interesse und stehen für Rückfragen und Austausch zur Verfügung!