Veranstaltungshinweis
Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Dialogforum BER lädt Sie herzlich zu einer Informationsveranstaltung zum Thema niveaufreie Querung ein: am Mittwoch, den 17. September um 19:00 Uhr in der RADELAND-HALLE (Stubenrauchstraße 17/18, 15732 Eichwalde).
Ihre Fragen zur niveaufreien Querung in Eichwalde

Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Dialogforum BER hat das Projektbüro SPV Spreeplan Verkehr GmbH beauftragt, mögliche Standorte einer niveaufreien Bahnquerung zwischen Eichwalde und Wildau zu ermitteln.
In den nächsten Jahren ist mit einer noch stärkeren Verdichtung des Bahnverkehrs auf der Görlitzer Bahn zu rechnen. Neben der Inbetriebnahme der Dresdner Bahn ist eine Erhöhung des Güterverkehrs angestrebt, sodass sich die Standzeiten zum Teil erheblich erhöhen würden.
Zusätzlich wird der Bahnübergang Friedensstraße in Eichwalde bis spätestens 2028 mit einer Vollschranke inklusive Radarüberwachung aufgerüstet – mit der Überwachung soll sichergestellt werden, dass sich keine Verkehrsteilnehmenden mehr zwischen den Schranken befinden. Dies verzögert jede einzelne Verkehrsfreigabe um weitere Sekunden.
Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft sieht neben den Einschränkungen in den Wirtschafts- und Privatverkehr auf den Straßen vor allem den Rettungsdienst in Gefahr: nach dem Brandenburgischen Rettungsgesetz müssen Rettungskräfte innerhalb von 15 Minuten nach Eingang eines Notrufs ihren Einsatzort erreichen. Diese sog. Hilfsfrist sehen die Gemeinden mit dem steigenden Bahnverkehr zunehmend in Gefahr.
Schon jetzt fahren 18 Züge pro Stunde zwischen Berlin-Grünau und Königs Wusterhausen, was zur Folge hat, dass die Schranken in den betroffenen Gemeinden und Städten bis zu 36 Minuten pro Stunde geschlossen sind.
Vor dem Hintergrund der zu erwartenden deutlich längeren Schließzeiten sollten die Möglichkeiten einer niveaufreien Querung, also einer Tunnel- oder Brückenlösung neu bewertet werden.
Im Rahmen einer Untersuchung für das Dialogforum wurden hierfür in einem ersten Schritt zunächst mögliche Standorte im gesamten Verlauf der Görlitzer Bahn von Eichwalde bis Wildau gesucht und gemeinsam mit Fachplanern des Landkreises, der Deutschen Bahn und der Kommunen bewertet.
Zusätzlich wurden die Auswirkungen der neuen Tunnel/Brücken auf die Verkehrsflüsse im Straßennetz untersucht, um herauszufinden, ob erhebliche neue Durchgangsverkehre zu befürchten sind.
Neben der Untersuchung der sechs heute bestehenden Bahnübergänge wurden sechs zusätzliche Standorte lokalisiert, die für eine neue Querung der Bahnstrecke geeignet wären. Wichtig sind hier neben den notwendigen Flächenverfügbarkeiten auch die Anschlussmöglichkeiten ins übergeordnete Straßennetz.
Nach eingehender Prüfung der Vor- und Nachteile einer oberirdischen oder unterirdischen Querung erscheint eine Tunnel-Lösung als sinnvoll. Die ermittelten Vorteile aus der Studie sind:
- geringere Höhendifferenz und Neigung (relevant für Fußgänger:innen, Radfahrer:innen)
- geringerer Flächenbedarf für Rampen
- bessere Integration ins Umfeld
Demgegenüber stehen höhere Investitionskosten und eine komplexe Entwässerung.
Nichtsdestotrotz hat sich die Gemeindeverwaltung – sofern dem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt wird – für einen Tunnel ausgesprochen. Eine Brücke erfordert lange Rampen, macht die Querung für den Fuß- und Radverkehr fordernd und stört das Gemeindebild.
In der Gemeinde Eichwalde wurden neben den zwei bestehenden Bahnübergängen in der Waldstraße und der Friedensstraße noch drei weitere neue Standorte untersucht:
- Tunnel Käthe-Kollwitz-Straße – Schmöckwitzer Straße
- Brücke Stadionstraße – Mozartstraße
- Tunnel Stadionstraße – August-Bebel-Allee
Von den fünf untersuchten Lösungen in Eichwalde favorisiert die Gemeindeverwaltung einen Tunnel von der Stadionstraße in die August-Bebel-Allee.

Der Bau einer neuen Bahnquerung hat Auswirkungen auf Eichwalde. Nicht in allen Fällen können negative Auswirkungen verhindert werden. Insbesondere für die direkten Anwohner:innen sind Vorkehrungen zu treffen, die die Eingriffe auf ein mindestmögliches Maß reduzieren.
Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Effekte für Eichwalde deutlich:
- Nach Fertigstellung des Tunnels entstehen keine Wartezeiten an der Bahn mehr (kumuliert über 83.000 Stunden Wartezeit pro Jahr).
- Auch während der Bauzeit sind keine großräumigen Umleitungen notwendig, die die Anwohner zusätzlich belasten.
- Der Tunnel verursacht einen erheblich geringeren Eingriff in das Ortsbild von Eichwalde.
- Insgesamt entsteht eine deutlich höhere Verkehrssicherheit.
- Rettungsfahrzeuge haben keine Wartezeiten mehr und erreichen die Ziele schneller.
- Die Erschließung aller Grundstücke kann sichergestellt werden.
- Für den Radverkehr entsteht eine attraktive Querung mit gesondertem Radweg.
- Die Prognosen zeigen, dass nur geringe zusätzliche Durchgangsverkehren zu erwarten sind.
Das beauftragte Projektbüro SPV Spreeplan Verkehr GmbH hat für alle untersuchten Standorte eine Bewertungsmatrix erstellt, in der bestimmte Kriterien mit unterschiedlicher Gewichtung untersucht wurden.
Hier zunächst die gewichteten Kategorien:
- Ausschlusskriterien (Gewichtung 20%)
- Effekte für die Bürger:innen (Gewichtung 40%)
- technische Parameter und Umweltentwicklung (Gewichtung 30%)
- Effekte während der Bauzeit (Gewichtung 10%)
Insgesamt wurden 40 Kriterien untersucht:

Sie finden die einzelne Auflistung sowie die einzelnen Bewertungen auf den Seiten 28-33 des Berichts, den Sie am Ende dieser Seite zum Lesen und zum Download finden.
Jetzt sind Sie gefragt! Am 5. Oktober werden die Einwohner:innen Eichwaldes – neben der Bürgermeister:innen-Wahl – befragt, ob sich die Gemeinde Eichwalde für den Bau einer niveaufreien Querung einsetzen soll.
Es werden zwei Fragen gestellt:
- Soll der Bürgermeister der Gemeinde Eichwalde beauftragt werden, sich für die Errichtung eines Tunnels als niveaufreie Querung im Gemeindegebiet einsetzen? (ja/nein)
- Stimmen Sie der Errichtung eines Tunnels als niveaufreie Querung an der Kreisstraße K6161 mit einer Verlängerung der Stadionstraße über die Bahngleise in die August-Bebel-Allee und weiterführend in die Friedenstraße zu? (ja/nein)
Das heißt, die Eichwalderinnen und Eichwalder entscheiden direkt, ob sie dieser Lösung zustimmen oder nicht. Die Gemeindeverwaltung ruft alle Einwohner:innen auf, an dieser Wahl am 5. Oktober teilzunehmen, um ihr Eichwalde aktiv mitzugestalten!
Hier finden Sie den vollständigen Bericht: